Über Medellin

Colombia (53)

Die Stadt Medellin liegt mitten in den Anden in einem Tal auf 1538m Höhe. Es ist die „Stadt des ewigen Frühlings“. In Medellin leben über 2 Mio. Einwohner, mit der Agglomeration sind es über 3.2 Mio. Menschen. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt durch das Kartell von Medellin. In den 70er Jahren wurde die Drogenmafia immer mächtiger. In den 80er Jahren beherrschte sie das gesamte gesellschaftliche Leben. Unter Pablo Escobar wurde Medellin die „Welthauptstadt des Kokains“. Sie galt als gefährlichste Stadt der Welt, mit etwa 6500 Morden jährlich. Erst 1993, als Pablo Escobar von Militärs in Medellín erschossen wurde, ging diese Zahl zurück.

Ausserdem herrschte seit 1964 in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt zwischen Guerrilla, Militär und Paramilitärs. Bis heute hat dieser Krieg rund 220‘000 Opfer gefordert, 6 Millionen Menschen wurden vertrieben und 45‘000 Menschen verschwanden (Süddeutsche Zeitung). Am 23.Juni 2016 wurde ein Waffenstillstand mit der grössten Guerrillagruppe unterzeichnet. Viele sind skeptisch, ob es jetzt, nach 50 Jahren Bürgerkrieg, tatsächlich endlich Frieden gibt.

Für die Touristen im Zentrum ist die Situation in den letzten Jahren sicherer geworden. Die Stadt hat viel investiert in die öffentliche Infrastruktur, aber es gibt kritische Stimmen die sagen, es sei vieles an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeplant worden. So hat die Stadt die schlimmsten Elendsviertel abreissen lassen und an ihrer Stelle eine Menge Hochhäuser mit Sozialwohnungen, gebaut. Die Stadt sieht besser aus, aber das soziale Elend ist das gleiche. Kriminelle Banden terrorisieren die Bewohner dieser Ghettos. Es gibt sehr viel Gewalt und Uebergriffe. Speziell für junge Mädchen ist das Leben in diesen Vierteln enorm gefährlich.

Zwei aktuelle Artikel zum Thema:

NZZ – Kolumbien sagt “No” zum Friedensabkommen

Tagesanzeiger – Überraschendes No zu historischem Deal mit Farc-Rebellen